Beziehungen
Im Strudel des Mainstreams
Bevor wir wissen, was wir wirklich im Leben erreichen wollen, geraten wir unvermittelt auf eine Karriereleiter unserer Gesellschaft oder wir landen im gesellschaftlichen Abseits. Manchmal wurde dies schon bei unserer Geburt entschieden. Dem Sog in die eine oder andere Richtung kann man sich schwer entziehen.
Bevor wir lernen, was Lebensgestaltung alles bedeuten kann, stecken wir schon mittendrin im Mainstream unserer Erfolgsgesellschaft. Dabei geht es vordergründig auch um die Weiterentwicklung unserer Fähigkeiten und unseres Charakters. Lebenserfolg und Berufserfolg werden dabei häufig als etwas Gleiches behandelt. Der eigentliche Sinn des Lebens wird durch die Karriereziele verdeckt.
Die Rolle der "Beziehungen"
Habe ich Erfolg im Beruf, dann habe ich auch Erfolg im Leben. Damit ich Erfolg im Beruf habe muss ich von Menschen lernen, die bereits erfolgreich sind. In jedem Unternehmen gibt es viele ungeschriebene Spielregeln, die zur Unternehmenskultur dazu gehören. Wenn ich mir nicht die Zeit nehme, diese kennen zu lernen, dann bekomme ich sehr schnell Probleme. Viele Menschen denken: „Ich habe eine hervorragende Ausbildung hinter mir. Ich kann was!“ Sie sehen nur ihre fachlichen Fähigkeiten und gehen davon aus, dass das zählt.
Eine Untersuchung im Auftrage von IBM kam einmal zum ernüchternden Ergebnis, dass 60% des Erfolgs auf das Konto „Beziehungen“ geht, 30% durch gutes Image und Bekanntheitsgrad erklärt werden können und nur 10% auf die Leistung zurückzuführen seien.
Dies zeigt, dass die Lebensplanung in einer durch Wirtschaftziele dominierten Gesellschaft nach vollkommen anderen Werten gestaltet werden muss, wenn man Erfolg haben will.
Aufrichtige Menschen, die beim Einsatz von subtilen Machtinstrumenten moralische Bedenken haben, werden nicht nach oben kommen. Man kann die Spielregeln der Macht intuitiv erfahren oder/und durch Beobachtung von Erfolgreichen in dieser Gesellschaft lernen. „Gutmenschen“ haben damit aber ihre Probleme.


