Der Islam

Der Prophet

Im 6.Jahrhundert nach Christus hat Muhammad als „Gesandter Gottes“ die Nomadenstämme des Orients aufgesucht, die damals viele Götter verehrten. Er schaffte es, dass seitdem Allah angebetet wird, ein reines Geistwesen, das einzig durch den Stein der Kaaba in Mekka symbolisiert werden darf. Viele Elemente der neuen Religion sind mit jüdischen und christlichen Überlieferungen identisch. Der Islam lehnt aber die Existenz eines Gottessohnes ab. Der Koran soll die geoffenbarten Worte Gottes enthalten, wie sie vom Erzengel Gabriel an den Propheten Muhammad verkündet worden sein sollen.

Bei seiner letzten Wallfahrt in Mekka (632) hat Muhammad in einer Predigt die wesentlichsten Elemente des Korans zusammengefasst. Danach würden sich die Menschen nur durch ihre Frömmigkeit unterscheiden. Um ins Paradies eingehen zu können, muss täglich 5-mal gebetet werden, zur Zeit des Ramadan gefastet werden, die Almosensteuer bezahlt werden, die Pilgerfahrt nach Mekka unternommen werden und den „Herrschenden gehorcht werden“.

Der Prophet hatte sicher nicht gewollt, dass nur diese Äußerlichkeiten zum Inbegriff des Islam werden. Der Koran enthält auch viele qualitative Anweisungen, die aber bei ihrer Umsetzung schwieriger zu überprüfen sind. Die Faszination des Korans beruht sicher auch darauf, dass nur relativ wenige eindeutige Regeln angewendet werden müssen, um ein „wahrer Gläubiger“ zu sein.

Die Botschaft

Der Koran enthält konkrete Anweisungen für das richtige sittlich-soziale und moralische Verhalten eines wahren Gläubigen. Die Auslöschung des Egos ist hier kein vorrangiges Ziel, da es als Einbildung ohne substanzielle Wirklichkeit beschrieben wird. Oberstes Ziel ist die Entwicklung der Liebe zu Gott. Auch die Nächstenliebe spielt eine große Rolle.

Die Intoleranz

Die Intoleranz gegenüber anderen Religionsauffassungen entsteht durch den Alleinvertretungsanspruch des Koran. Dieser wird noch durch die zahlreichen restriktiven Auslegungen der Imame aktuell verstärkt. Das Hauptziel des Propheten Muhammad war der Erhalt der Einheit einer Religionsgemeinschaft durch Schaffung eines geschlossenen und nicht veränderbaren Systems von Glaubenssätzen. Aber auch der Koran konnte historisch die Abspaltung verschiedener Glaubensrichtungen nicht verhindern. Die starke Verbindung zwischen Politik und Religion ist aber immer noch ein wesentliches Merkmal des Islam geblieben. Diese Religion beansprucht den ganzen Menschen.

Die Herabwürdigung Andersgläubiger ist inhaltlich aber nicht zu begründen, da es viele Parallelen auch zu anderen monotheistischen Religionen gibt. Politisch werden diese Interpretationsmöglichkeiten aber ausgiebig genutzt. Damit werden Religionskämpfe als Auslöser eines Weltkrieges wahrscheinlich. Westliche Diplomatie ist hier eher hilflos.

Der Islam hat das wissenschaftliche Denken historisch stark vorangebracht. Viele wichtige Erfindungen wurden z. B. im Gebiet des heutigen Iran und Irak gemacht. Die westlichen Zivilisationen haben dem Islam viel zu verdanken. Der Islam ist aber gegenwärtig unbestreitbar die Religion, die unsere Welt an ihren Abgrund bringen könnte. Um einen „kalten Krieg der Religionen“ zu verhindern, sind also systematische Verständigungsversuche unbedingt notwendig.


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