Kein freier Wille?

Der Mensch wird als das Wesen beschrieben, das in der Lage ist, Bewusstsein von sich selbst zu entwickeln, Dinge gedanklich zu planen und mögliche Entwicklungen vorher zu denken und zu bewerten. Der Mensch gilt als nicht nur emotionales instinktgesteuertes sondern auch als vernunftbegabtes Wesen.

Wenn wir uns mit dem Sinn unseres Lebens beschäftigen, dann stellt sich auch sofort die Frage, ob wir unser Leben wirklich selbst gestalten können oder ob wir nur nach einem unbekannten Plan bzw. Programm funktionieren.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Hirnforschung scheint es so zu sein, als wenn wir uns nicht frei entscheiden könnten, aber die Illusion eines freien Willens besitzen. „Neurobiologisch gesehen gibt es keinen Raum für Freiheit“, sagte einmal Wolf Singer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main. „Das, was wir als freie Entscheidung erfahren, ist nichts als eine nachträgliche Begründung von Zustandsveränderungen, die ohnehin erfolgt wären.“

Die Gehirnforschung belegt, dass der Wille zum Handeln seinen Ursprung offensichtlich nicht im Gehirn hat. Wahrscheinlich gilt dies auch für Funktionen wie Intuition, Kreativität und Gewissen.

Wenn aber das Gehirn teilweise nur der Empfänger von Informationen ist, dann kann der Sender den Tod des Empfängers vielleicht auch überleben.

Die Gehirnforschung hat uns also nicht gezeigt, dass wir keinen freien Willen haben (wie sie selbst behauptet), sondern sie hat uns nur belegt, dass ein wesentlicher Teil unserer menschlichen Persönlichkeit anscheinend seinen Sitz nicht im Gehirn hat.


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