Produkt der Evolution?
Nur Arterhaltung?
Die Evolutionstheorie von Darwin erscheint grundsätzlich plausibel, also in sich schlüssig. Was ist aber wirklich wissenschaftlich belegt? Der Übergang von der komplexen Chemie zu den ersten Einzellern kann bislang nicht erklärt werden. Es ist zwar nicht zu übersehen, dass das Leben das Prinzip der Selbstorganisation nutzt und Wachstum und Entwicklung erzeugt. Aber woher dieser Impuls zum Überleben kommt und wodurch er ausgelöst wurde, bleibt weiter im Dunkeln.
Die Vorstellung von Darwin, dass wir nur Arterhaltung im Sinn haben und weiter auf der Suche nach den besten Überlebensstrategien sind, kann mich nicht überzeugen. Hier hat Darwin Mechanismen aus der Tierwelt einfach auf den Menschen projiziert, ohne sich das Wesen des Menschen genauer anzusehen. Die geistigen Qualitäten des Menschen bleiben bei dieser Sicht außen vor. Auch die spirituelle Seite des Menschen und die Bedeutung der Religionen in der Geschichte werden hier ausgeblendet.
Der Mensch als Sinn suchende Lebensart tut nun einmal nicht nur das, was der Arterhaltung dient (auch wenn das am meisten Spaß macht …). Die Epigenetik und der Placebo-Effekt zeigen, dass die Entwicklung und das Verhalten auch geistig beeinflusst werden kann. Wir können uns so verhalten, wie die Generationen vor uns, wir können uns aber auch anders entwickeln, wenn wir das wollen (und wenn wir es verantworten können …).
Moderne Mythen
Wir sehen, dass der Mensch zwar Teil der Natur ist, aber mit seinen geistigen Eigenschaften auch etwas Besonderes. Die Biologie geht davon aus, dass wir das Produkt eines besonderen Zufalls im Rahmen der Evolution sind und unsere besonderen Eigenschaften nur besitzen, um als Tüchtigste besser überleben zu können. Die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Sinn der Menschen kann (bzw. braucht) dann nicht mehr gestellt zu werden.
Die biologischen Fakten lassen sich aber auch in die Richtung deuten, dass die Natur mit Hilfe eines genialen Programmcodes erschaffen wurde. In diesem Programm gibt es widersprüchliche Tendenzen. Es gibt bestimmte Regeln und ein paar Freiheiten. Es gibt die Macht des Stärkeren und es gibt die Intelligenz der Schwachen, es gibt Konkurrenz und es gibt Kooperation. Der Mensch steht als ein denkendes Wesen mittendrin und fragt nach dem Sinn des Ganzen (und das schon seit mehreren tausend Jahren …).
Die Welt wäre einfach zu verstehen, wenn sich die Entwicklung des Menschen tatsächlich nach Darwins Evolutionstheorie darstellen ließe. Wir würden dann von den Affen abstammen und diese Linie könnte man zurückverfolgen bis zu einem Ur-Säugetier. Leider sind dies alles nur moderne Mythen. Die Wirklichkeit hat sich nicht an dieser Vorstellungswelt orientiert. Die „Missing Links“ zu den Affenvorfahren waren nun einmal nicht zu finden. Wenigstens die Vorstellung, dass wir vom Neandertaler abstammen, sollte uns noch einige Jahre erhalten bleiben. Etwas anderes war eigentlich nicht denkbar. Heute ist die Erkenntnis gewachsen, dass der Homo sapiens plötzlich auf der Bildfläche der vielfältigen Lebensformen auf der Erde erschien und wahrscheinlich sogar den Neandertaler verdrängte.
Die Geburt Adams?
Genforscher gehen aber sogar davon aus, dass die weibliche Vererbungslinie auf eine einzige Frau («Eva») zurückzuführen ist, die vor etwa 140.000 Jahren in Afrika lebte und ihr genetisches Profil über unzählige Generationen weltweit ausbreitete. Die weibliche Vererbungslinie wird anhand der Zellkraftwerke (Mitochondrien) verfolgt, die nur von der Mutter weitergegeben werden und eigenes Erbgut besitzen.
Dagegen beruht die weltweit vorherrschende Variation des männlichen Y-Chromosoms anscheinend auf dem Erbgut eines Mannes («Adam»), der vor rund 60 000 Jahren in Afrika zur Welt kam. Das ist das Ergebnis einer Gen-Analyse von mehr als 1000 Männern in 22 geografischen Regionen, die das Team um Peter Underhill von der Stanford Universität in Palo Alto (Kalifornien) veröffentlicht hat.
Da passt etwas nicht zusammen: „Eva“ erschien vor 140.000 Jahren, aber „Adam“ erst vor 60.000 Jahren!
Erst vor rund 52.000 Jahren verließen die Ahnen des heutigen modernen Menschen ihre afrikanische Heimat und breiteten sich weltweit aus. Alle älteren Menschenformen, die bereits vor dieser Zeit Afrika verließen und als fossile Reste in verschiedenen Teilen der Welt nachweisbar sind, starben jüngsten Genanalysen zufolge wieder aus.


