Rätsel der Materie
Nur eine Form der Energie
Wenn ich etwas über den Sinn des Lebens herausfinden möchte, dann muss ich mir auch die Frage beantworten können, was Leben im Unterschied zur angeblich „toten“ Materie eigentlich ist. Eventuell können wir uns das Leben nur deshalb nicht erklären, weil wir das Rätsel der Materie noch nicht gelöst haben.
Die Gesetze der Materie sind scheinbar gut erforscht worden. Seit Einsteins Formel wissen wir, dass Materie nur eine Form von kosmischer Energie ist und Energie nicht neu geschaffen sondern nur verwandelt werden kann. Das Rätsel der Materie ist damit aber nicht gelöst.
Das Harmoniegesetz
Als das Periodensystem von Mendelejew entwickelt wurde, wollte er eine Gesetzmäßigkeit visualisieren, die mathematisch bis heute nicht eindeutig beschreibbar ist. Zwar hat die Atomphysik seit Niels Bohr eine wichtige Gesetzmäßigkeit entdeckt (die „8-Elektronen-Regel“ = „Oktettregel“), die viele Bindungseigenschaften erklärt und die Einteilung in die 8 Hauptgruppen ermöglicht, aber leider gibt es auch viele Ausnahmen von dieser Regel.
Festhalten möchte ich an dieser Stelle, dass die Struktur der Materie uns noch eine ganze Menge Rätsel aufgegeben hat. Wir nehmen an, dass die Atome sich offensichtlich nur deshalb mit anderen verbinden, weil sie einen ähnlich stabilen Zustand wie die Edelgase erreichen wollen (eine Sonderrolle bildet hier der Wasserstoff). Die Bindungsverhältnisse hängen davon ab, wie viele zusätzliche Elektronen aufgenommen oder abgegeben werden müssen, um gemeinsam ein Feld aus 8 Elektronen zu bilden. Viele Verbindungen lassen sich mit dieser einfachen Regel erklären. Dies gilt aber nicht für instabile Zwischenstufen. Es ist schon ein Phänomen, das für die Bildung von Elementen offensichtlich eine Art Harmoniegesetz wie in der Musik gilt.
Nur leerer Raum?
Gehen wir von unseren eigenen Erfahrungen aus, so gewinnen wir den Eindruck, dass Materie etwas Festes und Unzerstörbares ist. Doch schon das Wissen vom atomaren Aufbau der Materie bringt unser Gefühl von der Wirklichkeit erheblich ins Wanken, denn Materie besteht im Wesentlichen aus leerem Raum.
Die gesamte Masse eines menschlichen Körpers ließe sich beispielsweise in einem Raum konzentrieren, der nicht größer als ein Stückchen Fliegendreck wäre. Ein typischer Atomdurchmesser von 10 hoch -8 cm (also ein milliardstel Zentimeter) macht nämlich rund 10 000 Kerndurchmesser aus.
Das, was wir normalerweise sehen, ist also nichts als eine perfekte Illusion.


