Leben nach dem Tod
Angst vor dem Tod
Die Menschen in Deutschland haben einer Studie zufolge ausgeprägte Angst vor dem Sterben und finden gleichzeitig wenig Trost im Glauben. 60 Prozent der Deutschen fürchten den Tod. Dies ergab eine repräsentative Befragung der „Identity Foundation“ (Düsseldorf) in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Soziologie an der Hohenheimer Universität in Stuttgart. Diese Angst taucht schon in jungen Jahren auf: 42 Prozent der deutschen Teenager sehen dem Tod mit Angst entgegen. Trost im Glauben findet nur jeder vierte Deutsche (27 Prozent).
Die meisten Deutschen lehnen es ab, sich überhaupt mit Sterben und Tod zu beschäftigen. Drei Viertel der Männer verdrängen jeglichen Gedanken an den Tod, bei den Frauen seien es 63 Prozent. Nur ein knappes Drittel der Deutschen räumte in der Studie ein, häufiger über das Sterben nachzudenken. Selbst im Alter nimmt die Bereitschaft, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, nicht wesentlich zu: Die Befragung ergab, dass jeder Zweite der über 70-Jährigen das Thema ausblendet.
Nahtoderlebnisse
Britische Forscher glauben, schlüssige Hinweise auf ein Leben nach dem Tod gefunden zu haben. In einer Studie mit 63 Herzstillstand-Patienten berichteten sieben Betroffene, nach dem Herzstillstand Freude und Hoffnung gefühlt und ein helles Licht am Ende eines Tunnels gesehen zu haben. „Diese Studie liefert die bisher besten Hinweise darauf, dass es ein Leben nach dem Tod gibt“, sagte Studienleiter Dr. Sam Parnia von der Universität Southampton in der Ärzte Zeitung. „Sieben der 63 von uns untersuchten Herzstillstand-Patienten berichteten von einem Nah-Tod-Erlebnis.“
Die Betroffenen berichteten über Gefühle wie Freude und Hoffnung, ein helles Licht, Wärme und mystische Wesen sowie verstorbene Verwandte. Alle Patienten hatten zu diesem Zeitpunkt bereits keine Hirnströme mehr. Wie es zu diesen Erfahrungen kommt, ist wissenschaftlich hochgradig umstritten.
Der Lichttunnel
Viele Nahtoderlebnisse handeln von der Erfahrung einer starken Beschleunigung in Richtung eines Lichts. Dabei wird man durch eine Art Tunnel gezogen.
Diese sehr häufig anzutreffende Erscheinung hat den Physiker Prof. Dr. Niemz von der Universität Heidelberg veranlasst, die Sache mit der Einsteinschen Relativitätstheorie zu vergleichen. Dabei wird eine materielose Form der menschlichen Persönlichkeit unterstellt, die im Augenblick des Todes auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wird. Da es sich hier um eine Geschwindigkeit um die 1 Mrd. km pro Stunde handelt, können wir uns das eigentlich nicht vorstellen. Ein Space Shuttle erreicht gerade einmal 28.000 km/h. Die Vision des Lichttunnels entsteht durch die relativistische Verzerrung des Raumes und die Verkürzung der Länge eines Körpers ab 95% der Lichtgeschwindigkeit.
Materie kann also die Raum-Zeit-Welt nicht verlassen. Anders sieht das bei den Neutrinos und Photonen aus. Diese müssen sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, um Energie transportieren zu können, da sie keine Ruhemasse besitzen. Wenn der menschliche Geist an diese Teilchen in Form von reiner Information gebunden wäre, könnte er sich in einer Welt aufhalten, die vollkommen anders funktioniert: Eine Welt ohne Raum und Zeit. Eine Welt ohne Ursache und Wirkung, in der man keine Erfahrungen machen kann und sich nicht verändert. Vielleicht ist aber gerade das der Grund, warum es unsere Welt gibt?
Berichte von Nahtoderlebnissen gibt es heute sehr viele. Dies hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Medizin sehr große Fortschritte bei der Wiederbelebung gemacht hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass man diese Erfahrungen machen kann, ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Aufgrund von statistischen Erhebungen geht man davon aus, dass etwa 4% der Deutschen Nahtoderlebnisse hatten.
Das Konzil von Kostantinopel und die Wiedergeburt
Im Jahre 553 haben sich christliche Bischöfe in Konstantinopel zu einem „5.ökumenischen Konzil“ getroffen, um über die Auslegung einzelner Bibelstellen zu entscheiden. In der Bibel gab es viele Hinweise auf die Existenz der Wiedergeburt der menschlichen Seele. Auf dem Konzil in Nicaea im Jahre 325 wurde der Antrag auf Streichung dieser Hinweise noch mit Mehrheit abgelehnt.
553 hat sich aber der damalige Kaiser Justinian I. persönlich für diese Zensur eingesetzt. Es stand ganz unten auf der Tagesordnung. Mit der Mehrheit der Anwesenden sprach man sich wohl diesmal für die Streichung aus. Da aber viele Konzilsväter schon abgereist waren, findet sich diese Entscheidung nicht im offiziellen Protokoll wieder. Trotzdem wurden die betreffenden Bibelstellen seitdem geändert und der Glaube an die Reinkarnation getilgt. Man lehrte fortan die Reinwaschung von allen Sünden durch Christi Blut und führte die Vergebung der Sünden durch Kirchenobere nach der Beichte ein. Im Mittelalter konnte man sich auch durch Ablasszahlungen davon freikaufen. Dies war – zumindest für Leute, die es sich leisten konnten – eine sehr bequeme Methode, um die Folgen schlechter Taten zu beseitigen. Die Vorstellung von Wiedergeburt und Karma hätte bedeutet, dass Wiedergutmachung nur mit Hilfe von Einsicht und guten Taten erfolgen könne. Davon hätte die Kirche aber keinen ökonomischen Nutzen gehabt. Trotzdem glaubt der größte Teil der Weltbevölkerung weiterhin an die Wiedergeburt der Seele. Auch bei den Christen spielt diese Vorstellung immer noch eine große Rolle.
Kindliche Erinnerungen
In den letzten Jahren haben sich auch westliche Wissenschaftlicher intensiv mit der Reinkarnation beschäftigt. Prof. Ian Stevensen von der Universität in Virginia ist einer der bekanntesten Forscher auf diesem Gebiet. Er hat 65 Fallstudien von Kindern veröffentlicht, die sich an ihre früheren Leben teilweise erinnern konnten. Dadurch konnten viele Indizien und auch Fakten gesammelt werden, die sich nicht anders als durch eine Wiedergeburt erklären lassen.


