Das Sinnbedürfnis

Der Wille zum Sinn

Der österreichische Psychiater und Neurologe Viktor E. Frankl hat sich intensiv mit der Erforschung der Lebensmotive beschäftigt. Für ihn ist der Mensch vorrangig ein Wesen, das auf der Suche nach Lebenssinn ist und nicht auf der Suche nach Macht, Ruhm, Geld und Bedürfnisbefriedigung. Für ihn kommt die Kraft zur Gestaltung des Lebens aus dem Sinn. Lebenssinn kann aber nicht gegeben und nicht gemacht sondern nur gefunden werden.

Der „Wille zum Sinn“ ist das, was uns von den Tieren grundsätzlich unterscheidet. Die Wissenschaft ist bislang blind für dieses Phänomen gewesen, weil es sich im Unterbewusstsein abspielt und im Zusammenhang mit dem Gewissen und der Intuition von Menschen zu sehen ist.

Der erste Weg zu einem Lebenssinn sieht Frankl in der Schaffung eines Werkes, dem Dienst an einer Aufgabe. Der zweite Weg ist, etwas oder jemanden zu erleben, die Schönheit der Welt oder einen Partner, den man liebt. Der dritte Weg ist, ein unveränderbares Leiden mit Würde zu tragen, also ein schweres Schicksal mit Haltung zu meistern. Dieser Weg sei der schwierigste.


Eine Umfrage an der Uni ...

Der „American Council of Education“ hat einmal eine Umfrage unter 170.000 Studenten organisiert, um herauszufinden, welche Lebensziele sich junge Studierende in den USA setzen. Sicher denkt man, dass dabei Karriere, Macht, Spaß und Geld an oberster Stelle genannt werden. 68% haben aber als wichtigstes Lebensziel genannt „die Überzeugung gewinnen, dass das Leben einen Sinn hat“.


Liegt der Sinn ausserhalb unserer Raumzeit?

Das „Bedürfnis nach Sinn“ lässt sich schwer erforschen, da es vollkommen im Unbewussten wirkt und keine nachweisbaren körperlichen Reaktionen verursacht. Es ist damit vergleichbar mit den Schwierigkeiten, die wir bei der Definition von Gewissen und Intuition haben. Unser Verstand kann diesen Erlebnisraum nicht begreifen, weil offenbar die Ursachen dafür außerhalb der uns bekannten Raum-Zeit liegen. Wir haben es hier nach meiner Überzeugung mit einem Erkenntnisproblem der Psychologie zu tun, das vergleichbar ist mit dem Problem der Physik, die Gravitation - also die Anziehungskräfte der Materie - zu erklären.

Das Geheimnis Mensch lässt sich wahrscheinlich nur lösen, wenn wir mehr über die multidimensionale Welt, in der wir offenbar leben, erfahren.






(C) 2008 - Der Sinn des Ganzen -

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