Rousseau

Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778)

Rousseau postulierte einen neuen Gegensatz. Die von Gott geschaffene Natur sei grundsätzlich gut, nur die menschliche Gesellschaft sei schlecht und müsse umgewandelt werden. Die wilde und kreative Natur wurde zum Vorbild für eine sich wandelnde Gesellschaft gemacht, die Gefühle, die Echtheit und Ehrlichkeit groß schreibt. Diese romantische Vorstellung von der Natur spielt heute immer noch eine große Rolle, obwohl Darwin diese Vorstellung nachhaltig entzaubert hat. Der Esprit Gottes scheint in der Natur noch erkennbar zu sein. Ein „zurück zur Natur“ schien die Lösung, um sich wieder stärker in die göttliche Schöpfung zu integrieren. Immer häufiger stellt sich seitdem die Frage, ob der Mensch nicht statt der „Krone der Schöpfung“ zum größten anzunehmenden Unfall der Schöpfungsgeschichte mutiert ist.

Auch Rousseau sah in der Schaffung stabiler Gesellschaftsformen die einzige Überlebenschance des Menschen.

Im Mittelpunkt sollte der „Volkssouverän“ stehen, der das objektive Gesamtinteresse der Bevölkerung vertreten sollte. Damit konnte man allerdings auch den revolutionären Terror rechtfertigen. Eine Gewaltenteilung als Kontrolleinrichtung war noch nicht angedacht worden.

Es hat sich gezeigt, dass diese Art von Gesellschaftsform, die auf der Spontaneität der Massen aufbaut, keine stabilen Systeme erzeugen können, da Neid und Missgunst den Mächtigen schnell ein Ende setzen. „Die Diktatur des Proletariats“ war noch nicht erfunden, um einen einzelnen Diktator wie Stalin oder Mao zu legitimieren. Macht war aber auch nicht mehr das Ergebnis einer Erbfolge. Jeder Mensch, der andere überzeugen konnte, war in der Lage, eine machtvolle Persönlichkeit zu entwickeln. Dieses potenzielle Selbstbewusstsein ist heute zum Inbegriff der Selbstwahrnehmung geworden. Wenn wir nur wollen, können wir alles erreichen ...


Rousseau

(C) 2008 - Der Sinn des Ganzen -

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