Der Hinduismus

Der Begriff Hinduismus beschreibt eine Vielzahl von Glaubenslehren auf dem indischen Subkontinent. Hier spielen viele Götter und Dämonen eine Rolle. Die Kastenherrschaft der Brahmanen ist zwar seit 1950 verfassungsrechtlich aufgehoben worden, sie spielt aber in der spirituellen Welt noch eine große historische Rolle.

Der Ursprung des Hinduismus und auch des Buddhismus geht wahrscheinlich auf die so genannte vedische Periode in Indien um 1300 v. Chr. zurück. Die philosophischen Texte der Veden (Upanischaden), die sich mit dem Ursprung der Menschen und der Welt beschäftigen, wurden nach bisheriger Kenntnis erst um 750 v. Chr. niedergeschrieben. Dort finden wir ein ähnliches Erkenntnismodell wie im Taoismus. Das absolute Tao ist hier mit Brahman umschrieben: das alles Sein umfassende, allumfassende Bewusstsein, die Quelle, aus dem das Bewusstsein entsteht.


Das Ziel des Lebens ist die absolute Selbsterkenntnis, die Erkenntnis von Brahman im Zentrum der Einzelseele „Atman“.
Damit würde dann auch der Kreislauf von Geburt und Tod beendet.
Der Mensch ist neben Tieren und unsichtbaren Wesen nur eine von verschiedenen Lebensformen, die der Wiedergeburt unterliegen.
Wesen haben einen Persönlichkeitskern, der wiedergeboren wird.
Die Welt, wie wir sie erleben, ist zudem nur ein Traum, ein Spiel der Illusion.
Der Platz, den ein Wesen in dieser Welt einnimmt, wird durch seine Taten in früheren Leben gemäß dem Karmagesetz von Ursache und Wirkung bestimmt. Die Kastenzugehörigkeit war damit selbst verursacht.
Keine höhere Instanz richtet: Unsere eigenen Entscheidungen richten uns.

Diese Vorstellung wurde aber später stark modifiziert. Das bedeutendste Epos der Hindus – das Mahabharata – das in der heute bekannten Form auf etwa 500 v. Chr. zurück geht, hat zu der monistischen Lehre neue Elemente und Götter hinzugefügt. Neben Brahma als höchsten Schöpfergott tauchen jetzt auch schon Shiva und Visnu auf.


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