Der Buddhismus

Zen-Buddhismus

Der japanische Zen-Buddhismus hat sich ursprünglich aus dem Ch’an-Buddhismus im China des 5.Jahrhunderts n. Chr. entwickelt. Da der analytische Verstand zu einer verzerrten Wahrnehmung führen würde, wurden Techniken entwickelt, ihn im Erkenntnisvorgang auszuschalten.

Ziel ist der intuitive Geist als Verbindungsglied zum universalen Geist. Wie der Taoismus ist Zen zwar ein religiöser Weg aber frei von Konfessionen. Zen ist besonders bekannt geworden durch die Kunst des Bogenschießens und Schwertkampfes (Samurai). Heute beeinflusst Zen die Kunst, die Architektur und die Kochkunst weltweit. Zen betont dabei das Wesentliche im Tun und lässt alles schmückende Beiwerk weg.

Dieser Weg zur Einfachheit hat dabei erkenntnistheoretische Bedeutung und ist nicht das eigentliche Ziel. Jede Handlung kann danach letztlich so kultiviert werden, dass darin die Wirkung des universalen Geistes beobachtet und erfahren werden kann. Die Handlung wird dann als absichtslos und unpersönlich empfunden. Der Bewegungsablauf erscheint in einem Ausdruck der vollkommenen Schönheit und Leichtigkeit ohne erkennbaren Anteil der Ich-Persönlichkeit und Willensbekundung.

Der Buddhismus hat heute viele Formen angenommen. Von der Entwicklung eines asketischen Leidens-Ethos bis hin zum sakralen Gestalten der Welt und der absichtslosen Visualisierung göttlicher Einheit. Dies ist sicher auch ein Grund, warum sich buddhistische Weisheiten am Weltmarkt von Lebensentwürfen so gut vermarkten lassen.


Tibetischer Buddhismus

Für einen westlich geprägten Menschen ist der Tibetische Buddhismus etwas alltagstauglicher und verständlicher. Eine wichtige Quelle ist für uns sicher das „Totenbuch der Tibeter“ (das Bardo Thödol). Intensiv beschreibt es den Ablauf des Sterbens und das „Ausschleudern“ des Bewusstseins. Die Tibeter unterscheiden dabei insgesamt 6 Bardo-Bewusstseinszustände und die Art, wie sie wahrgenommen werden. Wiedergeboren zu werden, ist für die Tibeter ein unverzichtbarer Teil der Entwicklung der Persönlichkeit.

Das Langfristziel ist die vollkommene Erleuchtung zum Wohle aller Lebewesen. Dabei würde die leere Natur des Geistes einem Spiegel gleichen, der nicht urteilt, sondern nur klar und rein reflektiert.


(C) 2008 - Der Sinn des Ganzen -

Diese Seite drucken